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Berufe in der Justiz

Die Justiz erledigt als Trägerin der dritten Staatsgewalt gesellschaftlich besonders bedeutsame Aufgaben und bietet eine Reihe interessanter und vielseitiger Berufsmöglichkeiten.


I. Gerichte und Staatsanwaltschaften

Richterinnen und Richter

Staatsanwältinnen und Staatsanwälte

Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger

Amtsanwältinnen und Amtsanwälte

Gerichtshelferinnen und Gerichtshelfer

Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer

Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher

Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte

Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister


II. Berufe Im Justizvollzug

Juristinnen und Juristen

Diplom-Verwaltungswirtinnen und Diplom-Verwaltungswirte (FH)

Justizvollzugsfachwirtinnen und Justizvollzugsfachwirte

Psychologinnen und Psychologen

Anstaltsärztinnen und Anstaltsärzte

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter / Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen

Lehrerinnen und Lehrer im Justizvollzug



III. Sonstiges



I. Gerichte und Staatsanwaltschaften

Richterinnen und Richtern ist die Rechtsprechung anvertraut. Neben dieser streitentscheidenden Tätigkeit nehmen sie Aufgaben staatlicher Fürsorge und Verwaltung im Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit war (z.B. Betreuungsrecht). Richterinnen und Richter sind unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen. Die Besoldung erfolgt nach der Nds. Besoldungsordnung R.
Einstellungsvoraussetzung ist die Befähigung zum Richteramt, die durch den erfolgreichen Abschluss eines rechtswissenschaftlichen Universitätsstudiums sowie eines anschließenden zweijährigen staatlichen Vorbereitungsdienstes erworben wird. Weitere Einzelheiten finden sie unter der Rubrik "Juristenausbildung".

Zentrale Aufgabe der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte ist die Strafverfolgung; sie führen das Ermittlungsverfahren, entscheiden über die Erhebung der Anklage, vertreten die Anklage vor Gericht und vollstrecken die Strafe.
Die Besoldung erfolgt nach der Nds. Besoldungsordnung R.
Einstellungsvoraussetzung ist ebenfalls die Befähigung zum Richteramt (s.o.)

Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sind als Beamtinnen und Beamte des ersten Einstiegsamtes der Laufbahngruppe 2 in den Gerichten und Staatsanwaltschaften tätig.
In ihrem Haupteinsatzgebiet, der freiwilligen Gerichtsbarkeit, entscheiden sie in sachlicher Unabhängigkeit als selbständiges Organ der Rechtspflege. Daneben sind sie in der Strafvollstreckung tätig und übernehmen Führungsaufgaben in der Gerichtsverwaltung.
Sie werden von A 9 bis A 13 mit Amtszulage besoldet. Die Höhe der Besoldung richtet sich nach dem Niedersächsischen Besoldungsgesetz.
Voraussetzung für die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst ist der Besitz einer Hochschulzugangsberechtigung im Sinne von § 18 NHG. Weitere Angaben zur Ausbildung und Einstellung finden Sie in den beiden folgenden Dateien.

Weitere Informationen zur Einstellungspraxis der Oberlandesgerichte Braunschweig, Celle und Oldenburg sowie des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen und des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen finden Sie auf den dortigen Internetseiten.

Informationsbroschüre:

Ausbildungs- und Prüfungsordnung

Amtsanwältinnen und Amtsanwälte sind als Beamtinnen und Beamte des ersten Einstiegsamtes der Laufbahngruppe 2 in den Staatsanwaltschaften beschäftigt. Sie sind in der Strafverfolgung tätig und vertreten die Staatsanwaltschaft in Strafrichtersitzungen bei den Amtsgerichten. Sie werden von A 12 bis A 13 mit Amtszulage besoldet. Die Höhe der Besoldung richtet sich nach dem Niedersächsischen Besoldungsgesetz. Zur Amtsanwaltslaufbahn kann zugelassen werden, wer die Rechtspflegerausbildung erfolgreich abgeschlossen und eine 15-monatige Zusatzausbildung absolviert hat.

Aufgabe von Gerichtshelferinnen und Gerichtshelfern im Strafverfahren ist es, mit sozialarbeiterischer Kompetenz die Persönlichkeit und das Umfeld erwachsener Straffälliger, insbesondere im Hinblick auf die Ursachen und Beweggründe für das strafbare Verhalten sowie die Aussichten, Ansatzpunkte, Einwirkungsmöglichkeiten und Wege für eine künftig straffreie Lebensführung zu erforschen. Immer häufiger wird die Gerichtshilfe auch im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs tätig.


Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer haben die Aufgabe, einem Straftäter, der zu einer Freiheitsstrafe "auf Bewährung" verurteilt wurde, während der vom Gericht festgesetzten Bewährungszeit helfend und betreuend zur Seite zu stehen, die Erfüllung der Auflagen und Weisungen zu überwachen und dem Gericht über die Lebensführung des Verurteilten zu berichten. Für eine Tätigkeit in beiden Berufsfeldern ist zunächst ein Studium des Sozialwesens mit anschließendem einjährigem Berufspraktikum zu absolvieren. Danach kann eine Einstellung als Bewährungshelfer/in bzw. Gerichtshelfer/in im Angestelltenverhältnis und später die Übernahme in das Beamtenverhältnis (gehobener Dienst) erfolgen. Sie werden von A 9 bis A 13 besoldet. Die Höhe der Besoldung richtet sich nach dem Niedersächsischen Besoldungsgesetz.

Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher sind als Beamtinnen und Beamte des zweiten Einstiegsamtes der Laufbahngruppe 1 in Amtsgerichten tätig und selbständig mit der Vollstreckung von zivilgerichtlichen Urteilen, insbesondere der Vollstreckung in das bewegliche Vermögen, befasst. Sie sind u.a. für die Abnahme von Vermögensauskünften zuständig und nehmen die büroorganisatorische Abwicklung ihrer Verfahren eigenverantwortlich vor. Neben der Grundbesoldung von A 8 bis A 9 mit Amtszulage erhalten sie anteilige Gebühren, eine Bürokostenpauschale und Auslagenersatz. Die Höhe der Besoldung richtet sich nach dem Niedersächsischen Besoldungsgesetz. Zu der Ausbildung können neben Justizbeamtinnen und -beamten auch Justizfachangestellte sowie Personen zugelassen werden, die über eine dem Gerichtsvollzieherdienst förderliche Berufsausbildung und eine dreijährige Berufserfahrung verfügen. Weitere Angaben zur Ausbildung und Einstellung finden Sie in den folgenden Dateien.

Informationsbroschüre:

Ausbildungs- und Prüfungsordnung

Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte sind als Beamtinnen und Beamte des zweiten Einstiegsamtes der Laufbahngruppe 1 in Serviceeinheiten der Gerichte und Staatsanwaltschaften tätig, wo sie unter Einsatz von moderner Informations- und Kommunikationstechnik büroorganisatorische, verwaltende und rechtsanwendende Aufgaben wahrnehmen. Sie werden von A 6 bis A 9 mit Amtszulage besoldet. Die Höhe der Besoldung richtet sich nach dem Niedersächsischen Besoldungsgesetz. Einstellungsvoraussetzung für den Vorbereitungsdienst ist der Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Weitere Angaben zur Ausbildung und Einstellung finden Sie in den folgenden Dateien.

Informationsbroschüre

Ausbildungsordnung

Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister sind als Beamtinnen und Beamte des ersten Einstiegsamtes der Laufbahngruppe 1 bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften tätig. Sie gewährleisten dort die Sicherheit und Ordnung, erteilen Auskünfte und sind für den Aktentransport und den reibungslosen Postbetrieb verantwortlich. Zudem obliegt ihnen die Beaufsichtigung und Vorführung von Gefangenen. Sie werden von A 5 bis A 6 mit Amtszulage besoldet; eine Beförderung bis zur Besoldungsgruppe A 8 ist möglich. Die Höhe der Besoldung richtet sich nach dem Niedersächsischen Besoldungsgesetz. Einstellungsvoraussetzungen sind ein Hauptschulabschluss sowie die körperliche Eignung. Weitere Angaben zur Ausbildung und Einstellung finden Sie in den folgenden Dateien.

Informationsbroschüre

Ausbildungsordnung




II. Justizvollzug

Juristinnen und Juristen, die in der Regel die Befähigung zum Richteramt haben, nehmen als Beamtinnen und Beamte in der Laufbahngruppe 2, 2. Einstiegsamt der Fachrichtung Justiz in den Anstaltsleitungen Aufgaben der Behördenleitung, stellvertretenden Behördenleitung oder als Justiziar wahr. Sie werden von A 13 bis A 16 NBesO besoldet.
Weitergehende Informationen finden Sie hier

Diplom-Verwaltungswirtinnen und Diplom-Verwaltungswirte (FH) sind als Beamtinnen und Beamte der Laufbahngruppe 2, 1. Einstiegsamt der Fachrichtung Justiz in den Justizvollzugseinrichtungen eingesetzt. Sie leiten Vollzugsabteilungen und wirken eigenverantwortlich an der Betreuung, Behandlung und Sicherung der Gefangenen in Justizvollzugsanstalten mit. Das Einsatzfeld dieser Laufbahn erstreckt sich auch auf die Leitung der kaufmännisch ausgerichteten Fachbereiche Finanzen und Versorgung, Arbeit sowie des Fachbereiches Personal und Organisation. Auf der Ebene des mittleren Managements übernimmt diese Laufbahngruppe Führungsaufgaben. Einstellungsvoraussetzung ist die Hochschul- oder Fachhochschulreife. Die Beamtinnen und Beamten werden von A 9 bis A 13 NBesO besoldet.
Weitergehende Informationen finden Sie hier

Weitere Angaben zur Ausbildung finden Sie in den folgenden Dateien.

Justizvollzugsfachwirtinnen und Justizvollzugsfachwirtegehören der Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt der Fachrichtung Justiz an und stellen die größte Gruppe der im Justizvollzug Beschäftigten dar. Sie versorgen, betreuen und sichern die Gefangenen in den verschiedenen Justizvollzugseinrichtungen in ganz Niedersachsen. Einstellungsvoraussetzungen sind ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung bzw. ein gleich- oder höherwertiger Schulabschluss oder eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis. Sie werden von A 7 bis A 9 mit Amtszulage NBesO besoldet.
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Weitere Angaben zur Ausbildung finden Sie in den folgenden Dateien.

Die Beamtinnen und Beamten der Fachrichtung Technische Dienste, die der Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt angehören, leiten die Produktions- und Ausbildungsbetriebe der niedersächsischen Justizvollzugseinrichtungen. Sie sind für die Anleitung und Ausbildung der Gefangenen in diesen Betrieben verantwortlich. Einstellungsvoraussetzung ist die Meisterprüfung eines Handwerks nach der Handwerksordnung oder in einem Ausbildungsberuf der Landwirtschaft oder in einem technischen Beruf sowie der Nachweis einer einjährigen beruflichen Tätigkeit. Voraussetzung für die Übernahme in das Beamtenverhältnis ist die Ableistung einer 1-jährigen hauptberuflichen Tätigkeit im Justizvollzug. Sie werden von A 7 bis A 9 mit Amtszulage NBesO besoldet.
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Weitere Angaben finden Sie in den folgenden Dateien.

Psychologinnen und Psychologen arbeiten im Justizvollzug als Beamtinnen und Beamte in der Laufbahngruppe 2, 2. Einstiegsamt der Fachrichtung Gesundheits- und soziale Dienste schwerpunktmäßig in den Tätigkeitsfeldern Diagnostik, Betreuung / Beratung und Behandlung. Daneben wirken Psychologinnen und Psychologen in der Aus- und Fortbildung der Bediensteten und an organisationspsychologischen Fragenstellungen mit. Nach ausreichender Berufserfahrung und persönlicher Eignung können auch Leitungsaufgaben bis hin zur Anstaltsleitung übernommen werden. Damit bietet der Justizvollzug diesen Fachdiensten ein breites Arbeits- und Entwicklungsfeld zwischen sozialer Hilfe und sozialer Kontrolle. Voraussetzung für die Übernahme in das Beamtenverhältnis ist die Ableistung einer beruflichen Tätigkeit im Justizvollzug für die Dauer von 3 Jahren in einem befristeten Beschäftigtenverhältnis. Sie werden im Beamtenverhältnis von A 13 bis A 16 NBesO besoldet.
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Die Anstaltsärztinnen und Anstaltsärzte sind für die medizinische Betreuung und Behandlung der Inhaftierten und für die arbeits- und betriebsmedizinischen Vorsorgemaßnahmen in den Justizvollzugsanstalten zuständig. Sie gehören der Laufbahngruppe 2, 2. Einstiegsamt der Fachrichtung Gesundheits- und soziale Dienste an und werden von A 13 bis A 16 NBesO besoldet.
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Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sind im Justizvollzug als Beamtinnen und Beamte der Laufbahngruppe 2, 1. Einstiegsamt der Fachrichtung Gesundheits- und soziale Dienste tätig. Sie haben die Aufgabe, Gefangene bei der Bearbeitung ihrer persönlichen und sozialen Angelegenheiten zu unterstützen. Bei Berufserfahrung und Eignung können Führungsaufgaben, wie die Leitung einer Vollzugsabteilung, übernommen werden. Einstellungsvoraussetzung ist ein Fachhochschulabschluss oder gleichwertiger Studienabschluss im Bereich Sozialarbeit und/ oder Sozialpädagogik oder Sozialwesen mit staatlicher Anerkennung. Voraussetzung für die Übernahme in das Beamtenverhältnis ist die Ableistung einer beruflichen Tätigkeit im Justizvollzug für die Dauer von 2 Jahren in einem befristeten Beschäftigtenverhältnis. Sie werden im Beamtenverhältnis von A 9 bis A 13 NBesO besoldet.
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Lehrerinnen und Lehrer im Justizvollzug gehören als Beamtinnen und Beamte der Laufbahngruppe 2, 1. Einstiegsamt der Fachrichtung Bildung an. Sie entwickeln und koordinieren als Bildungsbeauftragte die vielfältigen schulischen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Gefangene. Zudem unterrichten und betreuen sie Gefangene in diesen Maßnahmen. Als Sportlehrerinnen und Sportlehrer organisieren sie das Sportangebot in den Justizvollzugseinrichtungen. Einstellungsvoraussetzung ist der Erwerb der Lehrbefähigung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, an Realschulen, für Sonderpädagogik, an Gymnasien und an berufsbildenden Schulen durch Studium und Vorbereitungsdienst. Sie werden im Beamtenverhältnis mit A 13 NBesO besoldet.
Weitergehende Informationen finden Sie hier

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Internetseiten des Bildungsinstituts des niedersächsischen Justizvollzuges


III. Sonstiges

Behindertengerechte Praktika im Niedersächsischen Justizministerium

Das Niedersächsische Justizministerium will die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen fördern. In geeigneten Fällen werden behindertengerechte Praktika zum Wiedereinstieg in das Berufsleben durchgeführt. Bewerbungen von schwerbehinderten Menschen sind gewünscht und willkommen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte zunächst telefonisch an Frau Splettstößer (0511-120 5134).

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